Klar sehen und doch hoffen – ein Abend mit Friedrich Schorlemmer

Plakat Schorlemmer

 

 

 

 

 

 

 

Ein Abend mit Friedrich Schorlemmer zu Fragen, die mit der Reformation damals und ihrer Relevanz heute zu tun haben. Unsere Evangelische Kantorei unter Leitung von Manfred Grimme wird diesen Abend musikalisch mitgestalten: Auch hier Themen aus der Vergangenheit konfrontiert mit ganz modernen musikalischen Elementen.

Schorlemmer stammt selber aus einem evangelischen Pfarrhaus. Deswegen durfte er auch keine „erweiterte Oberschule“ besuchen. Stattdessen erwarb er sein Abitur an einer Volkshochschule und studierte an der Martin-Luther Universität in Halle-Wittenberg Theologie. Er war Dozent am Evangelischen Predigerseminar und Prediger an der Schlosskirche in Wittenberg. Von 1992 bis 2007 war er Studienleiter an der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt in der Lutherstadt Wittenberg.

Schon seit den 70er Jahren gehörte er zu den streitlustigsten, provokantesten Aktivisten der ehemaligen DDR-Opposition, auf dem Kirchentag in Wittenberg 1983, bei dem symbolisch ein Schwert zu einer Pflugschar umgeschmiedet wurde, setzte er Impulse, die tief hineinreichten in die Friedensbewegung der DDR. Seine politischen Implikationen sollen auch in unseren Tagen dazu beitragen, bewusst zu halten, welche Anstöße Reformation heute nicht nur der Kirche geben könnte. Der politische Pfarrer, Dozent und Aktivist direkt aus der Lutherstadt Wittenberg soll auch uns anregen, noch grundsätzlicher darüber nachzudenken: Was feiern wir eigentlich 2017? Oder: Welche Reformation brauchen wir heute?

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Pressebericht Karfreitagskonzert

KritikChorfoto_ Stationen des Lebens_

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Musik und Kunst

Plakat kantorei kleinerMusik und Kunst – Karfreitagskonzert der Evangelischen Kantorei Altötting

Johannespassion von Alessandro Scarlatti und Skulpturen von Andreas Kuhnlein

Am Karfreitag, 03.04.2015, um 20.00 Uhr lädt die Evangelische Kantorei Altötting zum alljährlich stattfindenden Passionskonzert in der Kirche „Zum guten Hirten“ ein. In diesem Jahr gelangt eine Johannespassion von Alessandro Scarlatti zur Aufführung. Alessandro Scarlatti, ein Zeitgenosse J. S. Bachs, war um 1700 der bedeutendste lebende Komponist Italiens, wirkte in Neapel und Rom als Kapellmeister, komponierte darüber hinaus über 100 Opern und 800 Kantaten. In seiner Passion nach dem Evangelisten Johannes greift Scarlatti auf den Typus der responsorialen Passion zurück. Die weitestgehend im monodischen Rezitativstil gehaltenen Parts der Soliloquenten werden unterbrochen von 14 Turbachören, die von eher flächig geführten Streichern begleitet werden. Das Konzert wird durch Intermedien an geeigneten Stellen mittels Kompositionen anderer Komponisten unterbrochen. Die gegenseitige Inspiration und Ergänzung von Bildender Kunst und Musik soll diesem besonderen Ereignis eine Tiefe verleihen, die man in rein konzertanten Darbietungen nicht erlebt. Der mehrfach ausgezeichnete Bildhauer und Künstler Andreas Kuhnlein stellt einige seiner Figurenensembles zur Verfügung: Eine Skulptur der Pieta, das Figuren-Ensemble „Stationen des Lebens“ und eine Gestalt, die sozusagen die Hand vors Gesicht hält, weil sie dem Licht entgegenblickt („der Lichtblick“), ein deutlicher Hinweis darauf, dass Passion nie für sich steht, sondern der Weg der Erlösung immer weiter führt, als das, was wir sehen können… Die sehr expressiven Darstellungen lassen ahnen, was Bildende Kunst andeuten will: Menschliches Leben ist nie Zufall, sondern eine Botschaft, die entschlüsselt werden will! Als Sprache dieser „Passion“ ist sehr bewusst die deutsche Sprache gewählt worden, um eine gute Textverständlichkeit zu gewährleisten. Zwischentexte, kleine Pausen zum Nachdenken und eine spezielle Beleuchtung unterstreichen das durch und durch meditative Klang- und Kunsterlebnis dieses besonderen Abends. Es musizieren der Chor der Evangelischen Kantorei Altötting, zahlreiche Solisten und ein Streicherensemble unter der Leitung von Manfred Grimme.

Buchhandlung Dr. Naue, Altötting

Vorverkauf:   15,-   ermäßigt 10,- Abendkasse: 18,-

 

Ausstellungseröffnung

Sonntag, den 22. März 2015 19.00 Uhr in den Räumen der Kirche „Zum Guten Hirten“ AÖ

AndreasKuhnlein

Andreas Kuhnlein, geboren 1953 in Unterwössen im Chiemgau, betrach­tet den Baum als wesenhafte Er­scheinung und Synonym für den Menschen. Hölzern von toten und entwurzelten Bäumen entlockt er ein Menschenbild,das geprägt ist von Verletzlichkeit und Vergänglichkeit. Ein Baum mit seinen Jahresringen, weiß Kuhnlein, trägt die verflossene Zeit ebenso in sich, wie ein mensch­liches Antlitz.

In zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland waren seine Werke bisher zu sehen. Künstlerische Begleitungen von Europarat- und Landesausstellungen wurden ihm ebenfalls zuteil.

2005 erhielt Kuhnlein eine Professur an der Kunstakademie in Luoyang / China. 2009 wurde er als Kultur­preisträger des Bezirks Oberbayern ausgezeichnet und 2010 erhielt er als erster den Ellinor Holland Kunst­preis.

Lichtblick_klViele seiner Skulpturen befinden sich im öffentlichen Raum u.a. im Bayerischen Ministerium für Wissen­schaft und Kunst, im Berliner Stadt­museum, der Dresdener Kathedrale, dem Skulpturenmuseum Den Haag, am Flughafen München, im Museum Humanum in Fratres / Österreich und im Museè de la Civilisation in Quebec / Kanada. Es sind Men­schenbilder, die uns fragen lassen: Wer sind wir, wo kommen wir her und wohin gehen wir?

Herzliche Einladung an alle, die an Bildender Kunst interes­siert sind!

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„Kommst du, Licht der Heiden“

Plakat Konzert

 

 

 

 

 

 

 

„Kommst du, Licht der Heiden“

Am 2. Advent, 7.12.2014 um 19:30 Uhr lädt die Evangelische Kantorei Altötting, wie gewohnt, zu ihrem traditionellen Adventskonzert in die Evangelische Kirche „Zum Guten Hirten“ in Altötting ein. Es ist das erste Konzert unter dem Dirigat von Manfred Grimme, der den Chor seit 1. Oktober leitet. Zu hören sein werden u.a. die Kantate Nr. 66 von Dietrich Buxtehude „Kommst du, Licht der Heiden“. Inspiriert von italienischen und deutschen Vorbildern (Carissimi und Heinrich Schütz) schrieb Buxtehude über 100 Kantaten und beeinflusste unter anderem auch Johann Sebastian Bach. Desweiteren erklingt solistisch die Kantate „Willkommen, süßer Bräutigam“ von Vincent Lübeck. Traditionelle Advents/Weihnachtslieder des Chores, Instrumentalmusik für Oboe und Orgel, sowie ein in Alternatimpraxis ausgeführtes Magnificat runden das vorweihnachtliche Programm ab. Die musikalische Darbietung wird ergänzt durch besinnliche Texte, thematisch abgestimmt und vorgetragen durch Pfarrer Hans-Ulrich Thoma.

Ausführende:

Streichensemble: Christine Lippl, Melanie Obermeyer, Reinhard Ernst, Andrei Tajti, Veronika Grimme, Claus Freudenstein

Orgel: Larissa Pfeffer, Manfred Grimme

Solisten: Petra Grimme, Sopran; Klarissa Weiß, Alt; Nelly Berger, Oboe

Chor der Evangelischen Kantorei Altötting

Texte: Pfarrer Hans-Ulrich Thoma

Leitung: Manfred Grimme

Einlass ist ab 19:00 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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Gaben – Visuelle Performance und Klangmeditation

©Wolfgang D. Junge

Herzliche Einladung zu dem Konzert „GABEN“ am

18.10.2014 um 19:30 Uhr in der Evangelischen Kirche

„Zum Guten Hirten“ in Altötting.

Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

GABEN – ein ungewöhnlicher Name für das Projekt des Malers Mathias Bartoszewski. Ungewöhnlich vielleicht – aber ebenso sehens- und hörenswert. Und genau darum geht es: Gesang, Musik und Gemälde, die als Video-Projektionen über die Körper der tanzenden Sänger laufen. Das klingt zunächst gewagt, kommt aber bei allen Besuchern der Aufführungen sehr gut an. So etwa beim Kirchentag letztes Jahr in Hamburg, bei dem ein Chor gemeinsam mit der Sängerin Alina Semenova  und dem Oboisten Johannes Spanke in der Friedenskirche Eilbek und in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche gleich zwei eindrücklichen Auftritte hatten. Doch wie muss man sich das Ganze vorstellen, wenn man es noch nicht gesehen hat und wie kam es zu diesem ungewöhnlichen Projekt? Das Chorprojekt hatte mit Pinselstrichen begonnen: Mathias Bartoszewski malte Bilder zu den sieben „Chakren“ von denen im südasiatischen Menschenbild die Rede ist: verschiedenen Energiepunkten im Körper. Elisa Bartoszewski fand dazu Musik, höchst unterschiedlichen Alters und Art – von Gregorianischen Choral über Rachnanninov bis hin zum Tango – und gewann den Eindruck, dass die Gaben des heiligen Geistes, von denen die Bibel redet, etwas ganz Ähnliches beschreiben wie die Chakren. In den „Gaben“ wird Musik und Gesang jedoch nicht körperlos erklingen. Die Sängerinnen des Chores sind an drei Stücken in der Aufführung beteiligt. „Als Besucher hört man also nicht nur etwas“, sagt Elisa Bartoszewski. „Man hört etwas, man sieht, man fühlt – und dadurch taucht man völlig ein.

Ausführende:

Elisa Bartoszewski – Orgel und musikalische Leitung                                                        Gemeinsam mit der Evangelischen Kantorei Altötting (Frauenchor)                                 Alina Semenova – Gesang und Percussion
Anna Vishneska – Gesang und Gitarre                                                                                        Sara Kühn – Gesang und Querflöte                                                                                        Theresa Schram – Gesang und Violine                                                                                 Mathias Bartoszewski – Malerei, Video, Installation

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Die Kantorei hat einen neuen Leiter!

Homepage

Am 18.09. hat Herr Manfred Grimme die Nachfolge von Herrn André Gold angetreten.   „…. Mein Anliegen ist es , erst einmal Basisarbeit zu leisten und darauf aufbauend allmählich sich an größere Aufführungen zu wagen. Hierbei brauche ich als „Kathole“ sicherlich des Öfteren den einen oder anderen Rat, weil ich in der Evangelischen Liturgie natürlich nicht so bewandert bin. In gegenseitigem Austausch hoffe ich auf eine gute Zusammenarbeit mit allen und die Gottesdienste sowie die außerliturgischen Feiern bereichernde gemeinsame Zeit.“ Manfred Grimme

Alle Sängerinnen und Sänger und auch die Kirchengemeinde sind froh, einen so kompetenten und erfahrenen Nachfolger gefunden zu haben. Die erste Chorprobe startete sehr herzlich mit einer Begrüßung durch Pfarrer Hans-Ulrich Thoma. Anschließend wurde auf die künftige Zeit angestoßen und in der noch verbliebenen Zeit natürlich gleich kräftig geprobt. Schließlich stehen bis Jahresende schon einige Termine auf dem Programm.

In diesem Zusammenhang möchten wir gleich einen Aufruf starten an Alle die:

  • als Jugendliche in einem Chor gesungen haben
  • durch Umzug im Moment „chorlos“ sind
  • singen können, sich bislang aber nicht getraut haben

Einfach mal reinschauen und mitmachen. Wir freuen uns!                                                      Vor allem unsere Chor-Männer würden sich sehr über Verstärkung freuen.

Chorproben sind immer donnerstags, außer in den Schulferien, um 20:00 Uhr im Gemeindezentrum „Zum Guten Hirten“ in Altötting, Eichendorffstr. 2,                                     Infos unter: 08671-97830 (Pfarrbüro)

Nächste Termine:

  • GABEN – Eine musikalisch-visuelle Performance gemeinsam mit der Kantorei am 18.10.2014 im Guten Hirten in Altötting um 19:30 Uhr. Eintritt frei – Spenden erbeten
  • 16.11.: Diakoniegottesdienst um 10:30 Uhr in Altötting
  • 04.12.: Auftritt auf dem Altöttinger Christkindlmarkt um 19:00 Uhr
  • 07.12.: Traditionelles Aventskonzert um 19:30 Uhr in Altötting: u.a. Kantate Nr. 66 von Dietrich Buxtehude: Kommst Du, Licht der Heiden. Eintritt frei – Spenden erbeten
  • 21.12.: Auftritt auf dem Altöttinger Christkindlmarkt um 14:00 Uhr
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André Gold gibt die Leitung der Evangelischen Kantorei ab

Nun ist es soweit.

Wie berichtet, hat André im Mai diesen Jahres den renommierten Münchner Oratorienchor übernommen und damit einen längst fälligen Karriereschritt vollziehen können. Dafür hat er unsere größte Hochachtung und größten Respekt und wir gratulieren zu diesem Engagement von ganzem Herzen.

Andre-Abschied

Leider haben wir es verpasst, vom Abschiedsabend noch ein paar schönere Bilder zu machen. Macht aber nichts, denn die haben wir alle im Kopf!

Leider hat es für uns auch eine Schattenseite. André, der mit seinen vielen Engagements und Projekten ohnehin schon sehr stark beansprucht ist, musste nun einen Weg finden, diese zusätzliche Herausforderung in sein Schaffen zu integrieren. Nach vielen Versuchen, Probentermine zu verschieben, möglichst vielen Chormitgliedern gerecht zu werden, möglichst wenig von den ans Herz gewachsenen Strukturen aufzugeben und es letztlich jeder und jedem recht zu machen, ist diese Mission leider gescheitert. Unendlich Schade!

Dennoch sind wir sehr froh, dass André unserer Region erhalten bleibt und wir auch an seinen anderen Projekten partizipieren können. Wir haben auch seine Zusage, dass er evtl. einspringt, falls Not am Mann ist und sein Terminplan es zulässt.

Somit bleibt uns momentan nichts anderes übrig, als uns für eine wunderbare Zeit mit intensiver Probenarbeit und traumhaften Konzerten zu bedanken.

Wir wünschen Dir für deine Zukunft das Allerbeste, lieber André.

Die Chormitglieder der Evangelischen Kantorei Altötting

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Innehalten und hören

Artikel PNP vom 22.04.2014

Bei der deutschen Erstaufführung von Heinz Kratochwils "Passion" in der Evangelischen Kirche : André Gold (rechts). − Foto: Gärtner

Bei der deutschen Erstaufführung von Heinz Kratochwils „Passion“ in der Evangelischen Kirche : André Gold (rechts). − Foto: Gärtner

Altötting. „O Haupt, zum Spott gebunden / mit einer Dornenkron …!“ Eine Dornenkrone lag, für die wenigsten Besucher einsehbar, als Artefakt auf dem Altar der Kirche „Zum Guten Hirten“. Ein für alle sichtbares Holzkreuz, von einem schwarzen Schleier behängt, ragte links vom Altar empor, davor ein Podium. Das bestieg André Gold am Karfreitag punkt 20 Uhr, nachdem, unter (zur Situation wenig passendem) lange anhaltendem Applaus die „Evangelische Kantorei“ und danach das zehnköpfige „Ensemble Philharmonie Bad Reichenhall“ mit seinen Streichinstrumenten einmarschiert waren: zu einem musikalischen Ereignis, nicht nur für Altötting, nein – fürs ganze Land. Denn, so konnte André Gold schon Wochen zuvor bekannt geben, sein langjähriger Wirkungsort, von dem er in wenigen Tagen nach München wechselt, sollte in den Musikgeschichtshimmel als deutsche Erstaufführungsstätte der „Passion“ des kaum bekannten Wiener Komponisten Heinz Kratochwil (1933 bis 1995)eingehen.

Es gehört nicht nur Entdeckerneugier, sondern auch Mut und Kraft und viel Liebe zum Detail dazu, das mit einer guten Stunde zwar wohl kürzeste, doch viel Intuition in das musikalische Drama vom Leiden und Sterben Christi auf Golgatha verlangende Stück zu realisieren. Golds Lust auf Neues und sein Optimismus, einem Publikum Innovatives zu bieten, das sich „passionsmäßig“ nicht unbedingt freiwillig auf etwas anderes als Schütz und Bach einlassen mag, haben sich ausgezahlt. Ein schöneres, gelungeneres und von viel Dankbarkeit begleitetes Abschiedskonzert hätte der 34-Jährige sich nicht wünschen können.

Zum Erfolg des eigentlich niederdrückenden, immer wieder an die Bilder des Kreuzes, der Dornenkrone und des von Blut und Wunden zermarterten Antlitzes des Gekreuzigten mahnenden Melodrams der Christenheit trugen Chor, Orchester und Solisten wesentlich bei. Pfarrer Hans-Ulrich Thoma traf den zurückhaltenden Ton des Evangelisten so gut wie sich Beate Adler, die Sprecherin der Texte von Sigrid Schweiger, bemühte, so wenig Pathos wie möglich in die Appelle zum Innehalten und Hören zu legen.

Der aus dem Mozarteum hervorgegangene, geschmackvoll auftretende junge bühnenerfahrene Bassist David Steffens hatte es beileibe schwer. Nicht nur gegen das phonstark begleitende Cello anzusingen, sondern vor allem den diversen Parts gerecht zu werden, die ihm der Komponist (oder der Dirigent, das ist hier die Frage) zumuteten. So blieb dieser Aspekt eindimensional – sowohl in der Farbgebung als auch in der Dramatik. Die wagte der Chor an einigen Stellen seines in den elf Bach-Chorälen, die Kratochwil schlichtweg übernahm, manchmal zu sorglos prononcierenden Passagen sehr wohl. Damit unterstrich man, vielleicht ungewollt, den derzeitigen Trend zur „Passions“-Dramatisierung eines John Neumeier (Hamburg) oder eines Peter Sellars (Berlin).

Ob die impressionistisch-eklektische Dodekaphonie des angeblich „chorsüchtigen“ Professors Heinz Kratochwil (eindrucksvoll zweifellos das Vor- und gleichlautende Nachspiel mit dem brillant die „O Haupt voll Blut und Wunden“-Melodie intonierenden philharmonischen Solocello) sich weiter im deutschen „Passions“-Aufführungsmetier wird halten können, ist fraglich. Das evangelisch-lutherische Altötting hat jedenfalls einen beachtenswerten Anfang gemacht.     –      Hans Gärtner

Hier noch ein Bild von unserem Freund und Fan Konrad Heuwieser

Links André Gold, im Vordergrund stehend der hervorragende Bassist David Steffens (Jesus), links von der Bassgeige Beate Adler (Meditationstexte) und stehend links daneben Pfarrer Hans-Ulrich Thoma (Evangelist)

Links André Gold, im Vordergrund stehend der hervorragende Bassist David Steffens (Jesus), links von der Bassgeige Beate Adler (Meditationstexte) und stehend links daneben Pfarrer Hans-Ulrich Thoma (Evangelist)


 

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André Gold übernimmt den Münchner Oratorienchor

rfo Regional Fernsehen Oberbayern vom 11.02.2014

Egal ob Arkadenhofkonzerte, Improvisationen an der Orgel, Chorauftritte oder Adventskonzerte, egal ob kirchliche Musik, Barockmusik, Gospel oder große Orchesterwerke. André Gold hat die Musiklandschaft in und um Neuötting in den vergangenen Jahren maßgeblich beeinflusst und bereichert. Nun lockt ihn eine mehr als angesehene Stelle in die Landeshauptstadt; ab Mai leitet er den Münchner Oratorienchor.

Durch Klick auf das Bild öffnet sich der Original-Artikel auf der Internetseite von rfo. Dort startet das Video automatisch.

rfo-Beitrag-2014-02-11

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Komplimente an Dirigent, Chor und Solisten (PNP vom 17.10.2013)


In der voll besetzten Pfarrkirche Neuötting führten über 90 Sänger sowie fast 40 Instrumentalisten unter der Leitung von André Gold Joseph Haydns Oratorium "Die Schöpfung" auf. Vorn, von rechts die Solisten Prof. Thomas Gropper, Prof. Frieder Lang, Rosmarie Ecklkofer und Petra Grimme.  − Foto: Heuwieser

Neuötting. Über 90 Sänger der Chorgemeinschaft Neuötting und der Evangelischen Kantorei Altötting sowie fast 40 Instrumentalisten der Bad Reichenhaller Philharmonie führten in der Pfarrkirche Neuötting vor ausverkauftem Haus Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ auf.

Haydn komponierte „Die Schöpfung“ in den Jahren 1796 bis ’98, nachdem er bei seinen England-Besuchen mit den großen Oratorien Georg Friedrich Händels mit mächtiger Besetzung in Kontakt gekommen war. Die Hauptquelle für den Inhalt ist das Buch Genesis aus dem Alten Testament.

Die drei Erzengel Gabriel (Rosmarie Ecklkofer, Sopran), Uriel (Prof. Frieder Lang, Tenor) sowie Raphael (Prof. Thomas Gropper, Bass) erzählen die sechs Tage der Schöpfung vom Chaos über die Erschaffung der Erde und des Alls sowie der Tiere bis zur Vollendung des Werks in der Schöpfung des Menschen in Gestalt von Adam (wiederum Prof. Thomas Gropper, Bass) und Eva (Petra Grimme, Sopran).

André Gold als Gesamtleiter des Vorhabens, ein Werk dieser Größenordnung in der Provinz zur Aufführungsreife zu bringen, erwies sich als idealer Meister seines Fachs. Ihm gelang es, den aus zwei Gemeinschaften bestehenden mächtigen Chor, der auch die schwierigeren Stellen elegant meisterte, mit dem auswärtigen Orchester in Einklang zu bringen, obwohl vorher nur eine einzige gemeinsame Probe angesetzt war. Und da gab es praktisch keinen Punkt, an dem sich die beiden Klangkörper verselbständigten; ein wahres Kompliment an den Dirigenten. Ein Kompliment aber auch an den Chor, der über knapp zwei Stunden sehr professionell die Spannung hielt.

Nicht nur das Chaos zu Beginn des Oratoriums wurde vom Orchester gut dargestellt, es glänzte auch an den schwierigen Stellen und stellte die von Haydn eingebauten Tonmalereien gekonnt dar.

Einen Solisten besonders hervorzuheben, würde den anderen nicht gerecht: Alle vier beherrschten ihr Metier vorzüglich. Trotzdem soll nicht unerwähnt bleiben, dass sogar zwei Musikprofessoren in den Landkreis kamen, um mit örtlichen Kräften zu singen. Da muss die Qualität schon besonders hoch sein. Erwähnenswert ist zudem, dass die Neuöttingerin Rosmarie Ecklkofer in ihrer Heimatstadt als souveräne Solistin dieses großartigen Werks sang. Ein besonderes Kompliment an Adam und Eva vor allem für das wunderbare Duett gegen Ende dieses gelungenen Werks.

− Konrad Heuwieser

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